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Mehr zum Projekt erfahren Sie auf der [https://artemak.art/ueber-artemak/ Projektseite.]
 
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[https://archive.artemak.art/index.php?title=Dank Danksagung]
 
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Version vom 2. Dezember 2019, 12:52 Uhr

artemak ist eine Schöpfung von Erich Gantzert-Castrillo und Elisabeth Bushart. Das Akronym "artemak" steht für Archiv für Techniken und Arbeitermaterialen zeitgenössischer Künstler. Dieses Archiv wurde bereits in den 1970er Jahren begonnen und findet heute seine Fortführung im Internet.

Inzwischen ist das Archiv an der Hochscule für Bildene Künste Dresden angesiedelt und ein Projekt namens "artemak+X" verfolgt das Ziel, das Archiv in eine Form zu bringen, damit es langfristig genutzt werden kann.

Mehr zum Projekt erfahren Sie auf der Projektseite.

Danksagung

Was ist artemak?

artemak benennt vorliegende Website, die als logische Fortführung des Buches "Archiv für Techniken und Arbeitsmaterialien zeitgenössischer Künstler Band 1" gewählt wurde, und ist die Abkürzung für den Titel des Archivs. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass anstelle eines Buches eine Website das adäquate Medium für die Veröffentlichung der von uns gesammelten Informationen ist, da sie eine weitaus größere Zahl interessierter Nutzer erreichen kann und frei zugänglich ist.

Die artemak-Website soll die Lebendigkeit und das prozesshafte Vorgehen des Künstlers wiedergeben, wie Kunst an den Orten entsteht, die dem Kunstrezipienten weitgehend verschlossen bleiben. Und welche Arbeit, nicht nur für den Künstler, sondern auch für Assistenten, Spezialbetriebe und Handwerker es oft bedeutet, bis die Realisierung eines Kunstwerkes steht.


Über Inhalt und Arbeit des Archivs artemak

Das Archiv soll verstanden werden als Beitrag von Restauratoren, jedoch nicht nur für Restauratoren, sondern für alle die sich hierfür interessieren, ausgehend von den sich aus der Berufspraxis ergebenden Fragen an zeitgenössische Künstler. Zudem soll es helfen, Informationslücken hinsichtlich der Intentionen der Künstler, der daraus resultierenden Materialwahl und der Verarbeitungstechniken zu schließen.

Restauratoren für moderne und zeitgenössische Kunst wissen aus eigener Erfahrung, dass gerade die Unklarheiten über Details der künstlerischen Konzeption und der Materialverwendung zu Problemen und Missverständnissen bei der Betreuung in den öffentlichen und privaten Sammlungen und auf Ausstellungen führen. So haben Primärinformationen einen großen Wert für die Lösung der spezifischen konservatorischen und restauratorischen Probleme in der täglichen Arbeit des Restaurators.


Welche Informationen sammelt das Archiv?

Das Archiv sammelt Informationen von lebenden Künstlern, die in folgenden Bereichen arbeiten: Graphik, Malerei, Skulptur, Plastik, Objektkunst, Installation, Foto, Film, Video und Computer in der Verbindung mit den neuen Medien. Immer mehr Bedeutung kommt neben dem Erfassen von Informationen zu Materialien und Techniken den authentischen Aussagen, Stellungnahmen bzw. Interviews mit Künstlern, zu Materialien, Techniken und inhaltlichen Fragen von Künstlern zu. Sie sind für Restauratoren in der täglichen Praxis von hohem Wert und hilfreich in der Entscheidung von Tun und von Lassen.


An welche Zielgruppen richtet sich das Archiv?

Wie die Erfahrung mit dem Buch "Archiv für Techniken und Arbeitsmaterialien zeitgenössischer Künstler Band 1" zeigte, setzt sich die Zielgruppe wie folgt zusammen: Restauratoren, Kunsthistoriker, Künstler, Kritiker, Anwendungstechniker aus der Industrie, Maltechniker, Kunsterzieher, Schüler, Kunstsammler, Kunstgutachter, Kunstversicherer, Lehrkörper und Studenten an Akademien und Fachhochschulen, Museumskuratoren, Forschungseinrichtungen, Denkmalpflege, Kunstgeschichtliche Institute, Galeristen, Kunsthandel und interessierte Laien.


Zur Vorgeschichte des Archivs

Die Veränderung des Kunstbegriffs in der Kunst des 20. Jahrhunderts, die industrielle Entwicklung von neuen Techniken und Materialien und die einsetzende große Experimentierfreudigkeit der Künstler in diesem Bereich bedeuten für die Restaurierung zeitgenössischer Kunst ganz neue Probleme, die einer veränderten Vorgehensweise bedürfen.

Diese Erfahrung machte ich in den siebziger Jahren als Restaurator am Museum Wiesbaden. Neue Materialien, Kunststoffe oder Naturmaterialien zum Beispiel, und neue Techniken erforderten ungewohnte Bearbeitungswege, ebenso wie Künstlerkonzepte, zum Beispiel Rauminstallationen mit elektronischem Equipment, auf Dauer andere Pflege und Betreuung benötigen als das einwöchentliche Abstauben.

Das "Archiv für Techniken und Arbeitsmaterialien zeitgenössischer Künstler" wurde von mir 1972 in Wiesbaden gegründet. Damit sollte eine Grundlage geschaffen werden, um bei später aufkommenden Fragen, die gesammelten Fakten heranziehen und dem einzelnen Objekt hinsichtlich Erhaltung und Restaurierung gerecht werden zu können. In Vorgesprächen stieß ich bei einigen Künstlern auf großes Interesse und die Bereitschaft, mir die gewünschten Informationen zu geben.

Nach dieser positiven Resonanz der Künstler entwickelte ich die Idee, die Künstler anzuschreiben und ihnen Fragebögen für die Informationen zu Technik und Material zuzuschicken. Ich entwarf je einen Fragebogen für die Gattungen Graphik, Malerei, Bildhauerei und Objektkunst sowie Kunst am Bau. Das gesammelte Material plante ich, als "Archiv" in Buchform zu veröffentlichen.

Die Beiträge der Künstler, die handschriftlich oder mit Schreibmaschine ausgefüllten Fragebögen, wurden faksimiliert abgedruckt. Die Publikation erschien 1979 im Harlekin Verlag, Wiesbaden, mit dem Titel "Archiv für Techniken und Arbeitsmaterialien zeitgenössischer Künstler Band 1". Ein Reprint des Buches erschien 1996 im Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, bei dem auch der weltweit bekannte Klassiker "Malmaterial und seine Verwendung im Bilde" von dem Maltechniker Max Doerner erschienen war. Beide Auflagen sind inzwischen vergriffen. Der Reprint von 1996 ist hier auf der Website einzusehen. Seit 1985 führe ich zusammen mit meiner Frau Elisabeth Bushart, die als freie Restauratorin verschiedene Privatsammlungen betreute und seit Mai 2008 Leitende Restauratorin am Brandhorst Museum in München ist, das Archiv weiter. 1988 wechselte ich vom Museum Wiesbaden nach Frankfurt am Main zum Museum für Moderne Kunst und 2000 nach München zur Pinakothek der Moderne über.

In den siebziger Jahren, als ich mit dem Sammeln von Informationen begann, hatten einige, meist jüngere Künstler, noch starke Vorbehalte gegenüber dieser Archivierung. Begründet war dies in ideologischen Positionen der späten sechziger Jahre, der Ablehnung einer gesellschaftlichen Vorstellung des Werterhalts, der Unsterblichkeit und der Musealisierung des Kunstwerks.

Inzwischen hat sich die Rolle des Künstlers als Produzent innerhalb der heutigen Konsumgesellschaft geändert. Ihm werden mittlerweile viel häufiger Fragen nach der Haltbarkeit des Kunstwerkes gestellt und Antworten darauf erwartet. Insofern ist das Interesse der Künstler an derartigen Archiven stark gestiegen.

Elisabeth Bushart / Erich Gantzert-Castrillo